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Das Ehrenamt an BS und TI
 
 

Ex-Direktor Josef Pankert - 90 Jahre und noch erstaunlich fit

Ehrengast beim Ehemaligen-Lehrer/Mitarbeiter-Treffen in Rodt war Josef Pankert aus Eupen.

Sein Nachfolger als Direktor an der BS war Engelbert Cremer. Er würdigte beim Treffen am Tomberg „unseren Direktor" und überreichte, mit Ex-Sportlehrer Fritz Goenen, das Präsent der Schulgemeinschaft, gestiftet vom Freundes und Förderkreis (FFK). (Entschuldigen wir den Fotografen für den Grünstich im Bild. Der Schirm hat bei strahlenden Sonnenschein die gesamte Umgebung hellgrün eingefärbt.)

Das Geschenk (PDF) >


 

Die Rede im Wortlaut:

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

ich habe heute die Ehre, Euch alle offiziell begrüßen zu dürfen, und möchte die Gelegenheit auch nutzen, all jenen zu danken, die diesen Tag ermöglicht und vorbereitet haben.
Es tut gut, sich ab und an wiederzusehen. Auch wenn wir dabei feststellen, dass wir alle etwas grauer oder auch kahler geworden sind und von Mal zu Mal ein klein bisschen älter werden.

Einer von uns hat vor neun Tagen seinen 90. Geburtstag gefeiert. Und ihm möchten wir heute unsere besondere Ehrerbietung erweisen. Ihr wisst, von wem ich spreche - von unserem ehemaligen Direktor Joseph Pankert. Ich werde im Anschluss von „unserem Direktor" sprechen, denn bei mir ist dieser Name haften geblieben.

Ein Drittel dieser 90 Jahre verbrachte er an unserer Schule. Genau gesagt: 31 Jahre. Der leider in der Zwischenzeit verstorbe Elternratsvorsitzende Rolf Lentz hat von ihm gesagt:

"Er ist eine große Persönlichkeit, die die Bischöfliche Schule entscheidend geprägt hat, vor allem indem er bedeutende Schulerweiterungen durchführte, neue Abteilungen ins Leben rief und einer wachsenden Schulbevölkerung, auch durch unermüdliche Bautätigkeit, die Türen öffnete. Joseph Pankert hat die Bischöfliche Schule von der Eliteschule im Seminarstil der fünfziger Jahre hin zur weltoffen-demokratischen wie christlich-humanistischen Lehranstalt der nachkonziliaren Zeit geführt."

Ich denke, treffender, präziser kann man es nicht ausdrücken, besonders wenn man noch - wie Bischof Van Zuylen hinzufügte - vermerkt, dass er, trotz materieller Not, die den Alltag prägte, und verwaltungstechnischer Hürden, die zumal in Zeiten des Schulkampfes gang und gäbe waren, nicht aufgegeben hat und sein Augenmerk stets auf die Vermittlung einer Erziehung von hoher Qualität, geprägt von christlichem Geist, gerichtet hat.

Hinzufügen möchte ich, dass ihm bei dieser Aufgabe viele einsatzfreudige und kreative Helfer zur Seite standen. Man kann sie nicht alle namentlich erwähnen,
einen möchte ich jedoch besonders erwähnen, der auch heute hier ist, da ohne ihn besonders die Entwicklung im technischen Bereich kaum möglich gewesen wäre: Leo Veithen.

Nicht vergessen darf man aber auch, dass er in dieser Zeit von 1953 bis 1984, wo unser Direktor an unserer Schule wirkte, Zeuge und Gestalter wichtiger Entwicklungen war, die Kraft, Energie, Einsatz und manchmal auch schlaflose Nächte kosteten.

Da war nicht nur der Schulkampf, der 1958 mit dem Schulpakt endete und bessere Zeiten für das freie Unterrichtswesen anbrechen ließ, da waren auch die heftigen Auseinandersetzungen bzgl. des Sprachengebrauchs im Unterrichtswesen, die beginnenden und sich entwickelnden Autonomiebestrebungen unserer Gemeinschaft mit den einhergehenden Konflikten und dem wachsenden Selbstbewusstsein der 68-er Jahre

Da waren die Verunsicherungen, die Änderungen, die Erneuerungen, die sich im Kirchen- und Priesterbild infolge des 2. vatikanischen Konzils ergaben. In einem der Konzilsdokumente (Gaudium und Spes) heißt es zum Priestersein und das ist schließlich das, was man bei Joseph Pankert bei allem „Direktoren-sein" nicht vergessen darf und sein Wesen prägt: In diesem Dokument heißt es zum Priestersein: „Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Menschen von heute, besonders der Armen und Bedrängten aller Art, sind auch Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Jünger Christi. Und es gibt nichts wahrhaft Menschliches, das nicht in ihren Herzen seinen Widerhall fände."

Diese Aussage beginnt bewusst mit den Worten Freude und Hoffnung, ohne die Schattenseiten des Lebens, Trauer und Angst zu verschweigen und macht das wahrhaft Menschliche zu einer Perspektive des priesterlichen Dienstes.

Bei dem Einsatz und Wirken unseres Direktors, sei es in der Schule, sei es als Pfarrer in Nidrum, als Rektor des Alten- und Pflegeheims St. Josef in Eupen oder als Visitator der alten und kranken Priester, stand immer der Mensch im Mittelpunkt. Er half ihnen in ihren leiblichen und seelischen Nöten, baute sie auf mit einem ermutigenden und lieben Wort und machte in dem Sinne das wahrhaft Menschliche zu einer Perspektive seines priesterlichen Daseins.

Ein kluger Mann hat mal gesagt: "Und gibt es in dieser Welt nur einen Menschen, dem du Hoffnung gabst, das Leben lebenswert gemacht hast, dem Du in Not geholfen hast, dessen Seele und Herz Du berührt hast, dann weißt Du, dass Du ein Bote Gottes bist." Ich denke, dass Sie einer sind, lieber Direktor, ein Bote Gottes. Und ich denke auch, dass manch einer von uns einem Boten Gottes begegnet oder selber einer ist, ohne es zu merken.

Es gäb natürlich noch so Vieles was man erwähnen könnte, denn wenn man 90 Jahre ist, hat man auch einen langen Weg hinter sich, auf den man zurückblicken kann. Ich glaube auch, dass dies schon getan wurde sei es in Reden, Rückblicken, schriftlich und mündlich.

Ich möchte eher zum Schluss eine Perspektive entwickeln. Jetzt wird mancher von uns, die wir morgendlich das Grenz-Echo lesen und uns dabei ertappen, dass wir bei der letzten Seite beginnen und dann nachschauen, ob der Verstorbene jünger oder älter war als wir...  Im Alter sollte man mit Perspektiven umsichtig und vorsichtig umgehen, wer weiß schon was morgen ist.
Aber gehen wir mal ab von diesen Gedanken. Denken wir mal anders. Dieses „Anders"denken, möchte ich in zwei Worten fassen: Dankbarkeit und Aufgabe, „Aufgabe" im Sinne von „Auftrag etwas zu geben, zu schenken". Also im Sinne von „geben" und nicht von „aufgeben" . Und diese Gedanken zum „Alter" sind nicht nur gedacht für unser Geburtstagskind, sondern auch für alle, die sich gelegentlich mit ihrem „Altsein" herumplagen.

Seien wir dankbar für all das, was uns bisher geschenkt wurde und vergessen wir nicht, dass wir im Alter die Aufgabe haben auch etwas zu schenken: Was?
Drei Eigenschaften:
1. Weisheit, sie ist anders als exaktes Wissen, sie gründet auf unsere Lebenserfahrung und söhnt uns aus mit der eigenen Lebensgeschichte;
2. Gelassenheit, die man lernt beim Loslassen vom eigenen Ich, vom Erlebnisdruck und die uns lernt nicht an Zielen festzuhalten, die sich als unerreichbar herausstellen und die uns lernt, dass Zeit relativ ist;
3. Nachsicht und Milde, die man übt bei der Erkenntnis, dass man nicht alles in schwarz-weiß malen kann, dass nicht alles gut ist, aber auch dass nicht alles schlecht ist.

All dieses wird einem erst im Alter offenbar und kann man dann erst geben und schenken.

Lieber Herr Direktor, wir könnten Ihnen jetzt wünschen, dass sie so alt werden wie Methusalem. Aber das wünschen wir Ihnen nicht. Neueste Forschungen haben ergeben, dass Methusalem nach unserer Zeitrechnung nicht 969, sondern höchstens 80 Jahre alt war. Den Methusalem, dieses Wortspiel sei mir erlaubt, den lassen Sie, lieber Herr Direktor, jetzt eher alt aussehen. Der guckt eher neidisch vom Himmel auf sie herab.

Also das können wir Ihnen nicht wünschen, da sie das „methusalemiche" Alter schon überschritten haben. Wir möchten aber die Gelegenheit nutzen, Ihnen etwas anderes zu sagen.
Wir möchten Ihnen sagen, dass wir dankbar sind, Sie in unserem Leben gekannt zu haben. Dankbar sind, dass sie uns einen Teil unseres Lebens begleitet haben.
Wir wünschen uns, dass wir an Ihrer Weisheit, Gelassenheit und Milde teilhaben dürfen
und wünschen Ihnen Gottes Segen, viel Freude und Erfüllung in der kommenden Zeit,  sollten es Zeiten geben, die schwierig sind, die Gewissheit, in Gottes Hand geborgen zu sein.

Nochmals alles erdenklich Gute zu ihrem 90. und Danke für alles.

 

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